Bericht vom 25.04.2008
Es ist ein wunderbarer, ruhiger Abend an diesem 25. April 2008. Die Abendsonne wirft ihre warmen Strahlen auf den Ottenberg und seine Rebberge und tüncht die Reben in oranges Licht. Es ist, als hätte Michael Broger anlässlich der APV-Weindegustation persönlich bei Petrus um die perfekte Ausleuchtung seines Weingutes gebeten, um nicht nur gaumentechnisch sondern auch optisch alle Register zu ziehen.
Die Ruhe wird jäh unterbrochen, als schwitzend und keuchend die ersten Gäste sich per Fahrrad die steile Strecke zum Weingut empor arbeiten. Bald darauf trudeln die übrigen APV-Mitglieder ein, allesamt auf vier Rädern unterwegs, einige davon chauffiert von Christian Stähli, der den Taxidienst organisierte. Um 19.30 Uhr stehen schliesslich 14 gespannte APV-Mitglieder um Michael Broger herum und lauschen seinen Erklärungen und Anekdoten.
Michael absolvierte zuerst eine Lehre als Weintechnologe in einer Thurgauer Weinhandlung und arbeitete dann bei verschiedenen Betrieben mit Eigenkelterei. Diverse Weiterbildungen, unter anderem im Bereich des Rebbaus, aber auch Aufenthalte auf dem Schlussgut Bachtobel und in Neuseeland, führten ihn schliesslich im Jahre 2002 zu seinem eigenen Rebbaubetrieb, welchen er in Ottoberg mit Unterstützung seiner Familie erwerben konnte.
Michael zeigt uns die Räumlichkeiten und erklärt jeweils die darin stattfindenden Produktionsschritte zur Weinherstellung. So präsentiert sich das Bauernhaus heute äusserlich nahezu unverändert, im Inneren wurde der Ausbau jedoch modernisiert. Ein Allzweckraum wurde für die Anlieferung der Trauben und den Keltervorgang geschaffen, eine Rampe verbindet diesen mit dem Naturkeller und Lagerraum. Imposant ist besonders der Naturkeller, wo moderne Stahlträger und Beton die alten Gemäuer und Holzbalken optisch zurückhaltend unterstützen. Die Übergänge sind fliessend, das Moderne nimmt sich vornehm zurück. Licht dringt durch eine im Boden eingelassene Glasscheibe aus dem Wohnbereich des Hauses in den Keller.
Wir erfahren, dass Michael Wert auf möglichst Natur belassenen Wein legt. Wo möglich wird der Gärungsprozess mit der safteigenen Hefe durchgeführt, Fremdhefe setzt er nur ein wo es nötig ist. Auch auf Konzentrate wird verzichtet. Jahrgangsschwankungen dürfen bewusst miterlebt werden.
In den Barriques in Michael’ Keller wird reiner Blauburgunder ausgebaut. Die ältesten seiner Reben sind 40 Jahre alt, deren Trauben werden hier zu einer besonderen Variation namens „Alte Rebe“ verarbeitet, wie uns erklärt wird.
Michael führt uns weiter in den Lager- und Laborraum, wo er den Reifeprozess untersuchen kann. Hier dürfen wir seinen Müller-Thurgau degustieren, einen spritzigen Weisswein. Michael keltert den Wein selbst, die Trauben kauft er derzeit aber noch ein. Er erzählt uns von seinen Expansionsplänen, auch den Müller Thurgau möchte er selbst anbauen, was jedoch noch etwas dauert. Gut 4 Jahre braucht es nach Anbau der Reben, bis diese Früchte abliefern.
Auf Wunsch einiger werden wir noch auf den Rebberg geführt, wo uns Michael erklärt, wie er seine Reben pflegt und auf was es zu achten gilt. Sämtliche Arbeitsgänge werden bei ihm von Hand ausgeführt, Maschinen kann er nur begrenzt einsetzen. Ebenso hält er es mit dem Einsatz von synthetischen Mitteln zur Schädlingsbekämpfung. Der Einsatz von organischen Stoffen ist ihm wichtig, auch wenn dieser mit mehr Aufwand verbunden ist, da nach einem Regenfall die Pflanzen wieder neu gespritzt werden müssen.
Mittlerweile geht die Sonne unter und es wird kühler, so dass wir nun ins Haus geleitet werden, wo Michael einen Degustationsraum eingerichtet hat. Auch im Innern des Hauses wurde renoviert und modernisiert. Dunkelgraue Fliesen am Boden und weisse Wände kontrastieren mit alten Holzbalken.
Alle dürfen wir uns an einen grossen Tisch setzen, wo bereits Wasser und verschiedene Käsesorten sowie Nüsse und getrocknete Früchte aufgetischt sind. Michael’ Lebenspartnerin serviert frisches Brot, während er selbst die erste Flasche Wein entkorkt und die Genussrunde einläutet.
Michael erzählt von seinen Weinsorten, lässt uns diese versuchen und erklärt fachspezifische Details. Dabei gibt er auch gerne seine eigene Philosophie Preis über Lagerung, Reifung, Kühlung, Servieren und Dekantieren, ohne dabei rechthaberisch oder anmassend aufzutreten. Vielmehr wird einem bewusst, wie sehr Michael auf Qualität und Details achtet. Manch einer ist wohl versucht, die an Hand von Farben auf der Flaschenetikette versinnbildlichte Aromastruktur des degustierten Weines zu erkennen, während Michael diese erklärt – moderne Detailverliebtheit, ohne die üblichen anbiedernden Familienwappen oder Weingutskizzen, wie sie sonst die Flaschen zieren.
Der Abend wird Schluck um Schluck älter. In gemütlicher Atmosphäre wird probiert und philosophiert und natürlich werden auch alte Pfadigeschichten wieder aufgewärmt und Erinnerungen ausgetauscht. Irgendwann jedoch wird es Zeit aufzubrechen und Gabriela Herzog v/o Kookaburra bedankt sich im Namen aller für den genussreichen Abend bei Michael. Der eine oder andere lässt sich noch ein paar Flaschen Wein einpacken, bevor alle die Heimreise antreten.
Im Namen der Teilnehmer möchte ich mich noch einmal bei Michael Broger für den erlebnisreichen Abend bedanken. Ein besonderer Dank gilt auch Gabriela Herzog, welche den Anlass organisiert hat.
Es wäre schön, wenn am nächsten Anlass wieder ähnlich viele APVler teilnehmen würden.
Allzeit bereit
Noa |
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Bei sommerlichem Wetter treffen sich einige Pfadifamilien in Wigoltingen, wo uns Silvia und Beat Sonderegger begrüssen zur Sommerwanderung. Nach kurzer Instruktion fahren wir mit den Autos nach Turbenthal. Dort packen wir unser Schreibzeug aus und erhalten eine Kopie mit Fotos. Die Aufgabe war es die Originalplätze zu finden und die fehlenden Buchstaben abzulesen und diese zu einem Lösungswort zusammen zu setzten. Interessiert und heimlich wurde das Lösungswort gesucht ☺
Der Schlusspunkt war bei einer speziellen Brücke an der Töss. Über zwei Balken konnte man balancieren und so den Fluss überqueren, wo man von Beat eine süsse Überraschung erhielt.
Nun teilte sich die Gruppe zur langen oder kurzen Wanderung auf. Sybille/Pascal Weiler mit Familie und ich entschieden uns für die lange Wanderung. Wir bekamen Fotos mit dem Wegbeschrieb und einem Notfallzettel. Die Kinder suchten begeistert die Fotospots. Es war eine schöne Wanderung der Töss entlang, welche wir verschiedene Male zu überqueren brauchten.
Nach 90 Minuten entdeckten wir eine Sagemehlspur, welcher wir engagiert folgten. Sie führte uns zu einem Schatz, der in einer Baumkrone versteckt war (gell Christian Stäheli). Wir genossen die Stärkung der Drinks und der feinen Gummibärli. Da wir zu wenig schnell unterwegs waren, wurden wir mit dem Auto abgeholt und zur Grillstelle gefahren. Dort warteten die anderen Familien bereits auf uns. Wir grillten unsere Würste und Familie Sonderegger offerierte uns Kaffe und einen selbst gemachten Zitronenkuchen – Danke.
Etwas später wurde die kreative Ader der Eltern und Kinder gefordert. Die Aufgabe war es ein kleines Floss aus Sagex mit Segel zu bauen. Mit viel Spass wurde gebastelt, gemalt und befestigt. Nach kurzer Zeit konnten die Kinder ihre Flosse im Wasser fahren lassen. Man sah viele glänzende Augen und die Sonne beobachtete auch was der APV da machte.
Wir danken Silvia und Beat Sonderegger sehr für den wunderschönen und gut organisierten Tag.
Kämpfen und Dienen
Kookaburra |
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